„Wir erzeugen zwar nicht unser Leben selbst,
aber im wesentlichen unser Er-Leben.“
                                  Paul Watzlawick

Gedanken

Wenn wir es selbst erzeugen, können wir es auch ändern
Wir alle leben in verschiedenen Systemen, sind Teile von Systemen, die wir Familie, Arbeitsstelle, Ehe, Freundschaft nennen.
Unser Verhalten wird durch sie beeinflusst, wie umgekehrt wir diese Systeme beeinflussen. Wenn Probleme auftauchen, liegt es
leider selten in unserer Macht, das System zu ändern. Ändern können wir meist nur uns selbst und damit, indirekt, das System.
Von diesem Grundgedanken gehe ich in meiner Arbeit aus: der Klient trägt alle erforderlichen Ressourcen und Möglichkeiten für
eine Lösung des Problems schon in sich. Es gilt, sie zu entdecken, sie bewusst zu machen, und dann individuelle Strategien
daraus abzuleiten. 
Die Energie fliesst immer dorthin wo die Aufmerksamkeit ist
Wessen Glas ist immer halb leer? Wem passieren ständig frustrierende Dinge? Wer sieht immer zuerst seine eigenen Fehler?
Wer hält sich grundsätzlich für nicht gut genug? Diese Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen, und wem ist sie nicht wenigstens
ansatzweise bekannt? Wir können unser Er-Leben entscheidend verändern, indem wir unsere Aufmerksamkeit lenken und wie ein
Fernglas neu ausrichten.
Wahrnehmungsfähigkeit ist wichtig
Die Fähigkeit, wahrnehmen zu können, ist die Voraussetzung für Veränderung. Und verändern heisst hier: kreieren, neu gestalten.
Wahrzunehmen, was wir sehen, fühlen und dabei denken, ist der erste Schritt dazu. Der Gestaltungsrahmen unseres Lebens
und unserer eigenen Persönlichkeit ist weitaus größer, als wir glauben und uns zutrauen.
Wer wir sind ist wichtig, nicht wer wir sein sollten
Wir möchten Erwartungen erfüllen, einem Image entsprechen, keine Angriffsflächen bieten, usw. Wir wollen möglichst alles
vermeiden, was uns oder anderen an uns missfällt. Das ist sehr anstrengend.
Ich finde es hilfreich, erst einmal alle Aufmerksamkeit auf das eigene Er-Leben zu richten. Und zu fragen: “Wer sind wir im hier
und jetzt?“ und nicht: “wer sollten wir sein?“Wichtig ist es, zu erkennen, was zu uns gehört oder was uns von außen übergestülpt wird. Erst wenn wir das wissen, wenn unsere Wahrnehmung neu „geeicht“ ist, können wir unsere Entscheidungen treffen.
Aber Systeme sind oft beharrlich. Da gibt es jede Menge Widerstandskraft in uns gegen mögliche Änderungen. Jeder, der schon
einmal versucht hat, Gewohnheiten zu ändern, weiss, wieviel Kraft das kostet. Und oft ist die Anstrengung umsonst gewesen.
Sich selbst wahrnehmen zu können, intensiviert und bereichert nicht nur unser Leben, es nutzt auch unsere Kraft optimal.